Wer kann deine KI-Chats lesen?

KI im Alltag · Datenschutz

Wer kann deine KI-Chats lesen?

Der 5-Minuten-Check für Claude und ChatGPT. Einmal nachschauen, dann hast du Ruhe.

Hast du schon mal einen KI-Chat geteilt?

Einen Link an eine Kollegin geschickt, ein Ergebnis herumgezeigt, ein Artifact weitergegeben — und dann nie wieder daran gedacht.

Das Problem: Diese Links bleiben offen. Kein Ablaufdatum, keine Berechtigungen. Wer den Link hat, sieht alles. Und manche dieser Seiten sind schon in Suchmaschinen aufgetaucht.

Das ist kein Grund zur Panik — aber ein guter Grund, einmal nachzuschauen. Es dauert wirklich nur ein paar Minuten, und danach weißt du, was von dir draußen ist.


Schritt 1: Claude prüfen (2 Minuten)

  1. Einstellungen öffnen und links auf Datenschutz gehen.
  2. Runterscrollen bis zum Bereich „Deine Daten".
  3. Bei „Geteilte Chats" auf Verwalten klicken.
  4. Du siehst jetzt jeden geteilten Chat mit Titel, Datum und Link. Bei allem, was du nicht mehr offen haben willst: Teilen beenden.
Claude-Einstellungen: Datenschutz, Bereich Deine Daten, Geteilte Chats mit Verwalten-Button

So sieht das bei Claude aus: Datenschutz → Deine Daten → Geteilte Chats.

Gut zu wissen — was in so einem geteilten Chat überhaupt drinsteht:

Sichtbar ist das Gespräch bis zu dem Moment, in dem du geteilt hast. Alles, was du danach geschrieben hast, bleibt privat.

Nicht enthalten sind deine hochgeladenen Dateien. Es ist also weniger dramatisch als oft behauptet — aber der Gesprächsinhalt selbst ist eben lesbar.

Schneller Weg direkt aus dem Chat: Teilen-Menü öffnen und die Sichtbarkeit von „Öffentlich" zurück auf „Privat" stellen.


Schritt 2: Der Teil, den fast alle übersehen — Artifacts

Wenn du mit Claude schon mal etwas erstellt hast, das du herzeigen konntest — eine kleine Übersicht, einen Rechner, eine Seite — dann war das ein Artifact. Und die werden separat veröffentlicht. Sie verschwinden also nicht, wenn du den Chat zurückziehst.

  1. In der Seitenleiste auf Artifacts gehen.
  2. Das jeweilige Artifact öffnen.
  3. Über Teilen die Veröffentlichung zurücknehmen.

Achtung, das ist eine Einbahnstraße: Ein zurückgezogenes Artifact lässt sich nicht wieder veröffentlichen — du müsstest ein neues anlegen. Wenn du also eines noch aktiv nutzt oder verschickt hast, überleg dir das kurz.


Schritt 3: ChatGPT prüfen (2 Minuten)

  1. Auf chatgpt.com unten links auf deinen Namen klicken und Einstellungen öffnen.
  2. Links auf Datenkontrollen gehen.
  3. Bei „Weitergegebene Links" auf Verwalten klicken.
  4. Dort kannst du einzelne Links löschen — oder gleich alle auf einmal.
ChatGPT-Einstellungen: Datenkontrollen mit Eintrag Weitergegebene Links und Verwalten-Button

So sieht das bei ChatGPT aus: Datenkontrollen → Weitergegebene Links.

Zwei Dinge, die du bei ChatGPT wissen solltest:

  • Wenn du die ursprüngliche Unterhaltung löschst, verschwindet der geteilte Link automatisch mit.
  • Der Haken, den kaum jemand kennt: Wer deinen Link geöffnet und darin weitergeschrieben hat, hat eine eigene Kopie in seinem Verlauf. Die bleibt bestehen, auch wenn du deinen Link löschst.

Geteilte Links erkennst du übrigens an der Adresse: Sie beginnen mit chatgpt.com/share/.


Schritt 4: Selbst nachschauen, was noch auffindbar ist

Wenn du ganz sichergehen willst, such einfach mal selbst danach. Gib das hier bei Google ein (und ruhig auch bei Bing):

site:claude.ai/share
site:claude.ai/public/artifacts
site:chatgpt.com/share

Und dann dasselbe nochmal mit deinem Namen oder deinem Firmennamen dahinter. So siehst du, ob etwas von dir dabei ist.

Wichtig — die richtige Reihenfolge: Wenn du etwas findest, kopier dir zuerst die Adresse, bevor du das Teilen beendest. Danach kommst du nicht mehr an sie heran — und du brauchst sie, um bei Google das Entfernen veralteter Inhalte zu beantragen. Sonst steht der alte Eintrag unnötig lange in der Suche.


Und ab jetzt?

Du musst nicht aufhören zu teilen — Links sind praktisch. Merk dir nur zwei Dinge:

  • Vor dem Teilen kurz hochscrollen und schauen, was oben im Chat noch steht. Oft ist das Gespräch länger, als man denkt.
  • Zweimal im Jahr aufräumen. Fünf Minuten, gleiche Schritte wie oben. Trag's dir am besten gleich ein.

KI benutzen heißt nicht, die Kontrolle abzugeben. Es heißt nur, ab und zu nachzuschauen.

— Karo · @karomitki

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